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Läufigkeit der Hündin: Kalender und der beste Decktermin

6 Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit · Hunde

Züchterin mit Golden-Retriever-Hündin am Küchentisch, die den Decktermin im Kalender plant

Zyklusphasen, typische Abstände zwischen den Läufigkeiten, Progesteronbestimmung und Vaginalzytologie: So führen Sie einen Läufigkeitskalender und treffen den richtigen Zeitpunkt für den Deckakt.

Die Planung eines Wurfs beginnt lange vor der Fahrt zum Deckrüden. Das wichtigste Werkzeug dafür ist ein sorgfältig geführter Läufigkeitskalender: Mit ihm können Sie abschätzen, wann Ihre Hündin in den nächsten Zyklus kommt, den Termin mit dem Rüdenbesitzer rechtzeitig abstimmen und die Untersuchungen vorbereiten. Den optimalen Decktag verrät Ihnen der Kalender allein allerdings nicht. Dafür brauchen Sie Wissen über den Zyklusverlauf und die enge Zusammenarbeit mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.

So verläuft der Sexualzyklus der Hündin

Der Zyklus der Hündin gliedert sich in vier Phasen. Ihre Dauer schwankt von Hündin zu Hündin erheblich – verstehen Sie die folgenden Angaben daher als Orientierung, nicht als feste Norm.

  • Proöstrus (Vorbrunst) – der Beginn der Läufigkeit. Die Vulva schwillt an, es zeigt sich blutiger Ausfluss, Rüden werden aufmerksam, doch die Hündin lässt sie in der Regel noch nicht aufreiten. Meist dauert diese Phase etwa 7 bis 10 Tage, sie kann aber auch deutlich kürzer oder länger sein.
  • Östrus (Hauptbrunst, „Standhitze“) – die Hündin duldet den Rüden, dreht die Rute oft zur Seite und bleibt bei Berührung der Kruppe stehen. Der Ausfluss wird häufig heller, aber nicht bei jeder Hündin. In dieser Phase findet der Eisprung statt. Sie dauert in der Regel einige Tage bis etwa zwei Wochen.
  • Metöstrus bzw. Diöstrus (Nachbrunst) – die Phase nach der Hitze, unabhängig davon, ob die Hündin tragend ist. Sie dauert rund zwei Monate und ähnelt hormonell einer Trächtigkeit. Das erklärt, warum es zur Scheinträchtigkeit kommen kann.
  • Anöstrus (Ruhephase) – die Zeit zwischen zwei Zyklen, die längste und variabelste Phase. Sie bestimmt maßgeblich, in welchem Abstand die Hündin läufig wird.

Beachten Sie: Die sichtbaren Anzeichen decken sich nicht immer mit dem Hormonverlauf. Manche Hündinnen akzeptieren den Rüden zu früh oder zu spät im Verhältnis zum Eisprung, und die Farbe des Ausflusses ist kein verlässlicher Hinweis auf die fruchtbaren Tage.

Wie oft wird eine Hündin läufig – und warum ist jede anders?

Die meisten Hündinnen werden etwa alle 6 bis 8 Monate läufig. Als normal gilt jedoch eine größere Spanne, grob zwischen einem halben und einem ganzen Jahr. Manche Rassen, etwa der Basenji, werden meist nur einmal im Jahr läufig. Die erste Läufigkeit tritt in der Regel zwischen dem 6. und dem 24. Lebensmonat auf – bei kleinen Rassen früher, bei großen und Riesenrassen später.

Alter, Kondition, Stress, Veränderungen im Umfeld und sogar andere Hündinnen im Haushalt beeinflussen die Regelmäßigkeit. Wirklich aussagekräftig ist deshalb erst die dokumentierte Vorgeschichte Ihrer eigenen Hündin, nicht der Durchschnittswert der Rasse.

PhaseTypische DauerWas Sie beobachten
Proöstrusmeist ca. 7–10 Tagegeschwollene Vulva, blutiger Ausfluss, Hündin weist Rüden ab
Östruseinige Tage bis ca. zwei WochenDuldung des Rüden, Abdrehen der Rute
Metöstrus/Diöstrusca. 2 MonateAnzeichen klingen ab, Scheinträchtigkeit möglich
Anöstrusmehrere Monate, sehr variabelkeine Anzeichen

Warum Tagezählen oft danebenliegt

Die bekannte Faustregel „am 11. und 13. Tag decken“ passt bei manchen Hündinnen, bei anderen liegt der Eisprung jedoch deutlich früher oder später. Es gibt Hündinnen, die bereits in der ersten Woche der Läufigkeit ovulieren, und andere, bei denen das erst nach der dritten Woche geschieht. Hinzu kommt, dass sich der tatsächliche erste Tag oft schwer bestimmen lässt: Bei Hündinnen mit schwacher Blutung oder solchen, die sich sehr gründlich sauber halten, wird der Beginn leicht übersehen.

Wenn der Deckrüde Hunderte Kilometer entfernt steht oder Sie mit gekühltem bzw. tiefgefrorenem Sperma arbeiten, wird der Spielraum noch kleiner. Ein misslungener Deckakt kostet in der Regel einen ganzen Zyklus – also mehrere Monate.

Tierärztliche Hilfsmittel: Progesteron und Zytologie

Progesteronbestimmung

Die zuverlässigste Methode, den Zeitpunkt des Eisprungs einzugrenzen, ist eine Serie von Progesteronbestimmungen im Blut. Die Konzentration dieses Hormons beginnt kurz vor dem Eisprung zu steigen; aus dem Verlauf kann Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt abschätzen, wann die Ovulation stattgefunden hat und wann ein Deckakt die besten Erfolgsaussichten hat. Ein einzelner Wert sagt wenig aus – entscheidend ist die Serie, üblicherweise alle 2 bis 3 Tage, kurz vor dem Eisprung mitunter auch häufiger. Referenzwerte unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode. Überlassen Sie die Auswertung daher der Tierarztpraxis, idealerweise derselben über mehrere Zyklen hinweg.

Vaginalzytologie

Ein Vaginalabstrich unter dem Mikroskop zeigt, in welcher Zyklusphase sich die Hündin befindet – je näher die Standhitze rückt, desto stärker verändert sich das Bild der Epithelzellen. Die Zytologie ist günstig und schnell. Sie eignet sich gut als Signal, wann mit den Progesteronmessungen begonnen werden sollte, und um den Übergang in den Metöstrus zu bestätigen. Den genauen Tag des Eisprungs bestimmt sie allein jedoch nicht.

In der Praxis kombinieren viele Züchterinnen und Züchter beide Verfahren: zu Beginn der Läufigkeit einen Abstrich, danach eine Reihe von Progesteronbestimmungen. Welche Untersuchungen in welchem Abstand sinnvoll sind und ob weitere Methoden hinzukommen, entscheidet Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt.

Läufigkeitskalender und Deckplanung

Gute Aufzeichnungen aus früheren Zyklen sind die wertvollste Information, die Sie Ihrer Tierarztpraxis und dem Rüdenbesitzer geben können. Notieren Sie bei jeder Läufigkeit:

  • das Datum des ersten Tages mit Blutung oder Schwellung,
  • den Tag, an dem die Hündin begann, den Rüden zu dulden, und wann sie damit aufhörte,
  • die Ergebnisse von Progesteron und Zytologie mit Datum,
  • die Daten von Deckakten oder Besamungen und deren Ergebnis (tragend ja/nein, Anzahl der Welpen),
  • Auffälligkeiten, Behandlungen, Stress und Veränderungen im Umfeld.

Nach zwei bis drei dokumentierten Zyklen erkennen Sie ein Muster: den typischen Abstand zwischen den Läufigkeiten und den ungefähren Zeitpunkt des Eisprungs bei genau dieser Hündin. Das ersetzt keine Untersuchung, hilft aber, die Termine vorausschauend zu planen und den Beginn der Läufigkeit nicht zu verpassen.

Die Fahrt zum Deckrüden planen

Sprechen Sie sich mit dem Rüdenbesitzer lange vor der erwarteten Läufigkeit ab. Klären Sie, wie schnell Sie anreisen können, ob natürlich gedeckt oder künstlich besamt wird und welche Unterlagen und Untersuchungen die andere Seite erwartet – etwa Ahnentafel, Zuchttauglichkeitsnachweis oder Gesundheitsbefunde nach den Vorgaben Ihres Rassezuchtvereins. Beginnt die Läufigkeit, informieren Sie ihn sofort und legen Sie den Reisetermin anhand der Progesteronwerte fest, nicht anhand des Kalenders. Bei weiten Strecken lohnt sich eine vertrauenswürdige Tierarztpraxis in der Nähe des Rüden, damit eine Messung bei Bedarf vor Ort wiederholt werden kann.

Stille Läufigkeit und Warnzeichen für den Tierarztbesuch

Bei einer stillen Läufigkeit findet ein Eisprung statt, ohne dass deutliche äußere Anzeichen sichtbar werden. Das kommt besonders bei jungen Hündinnen vor. Ist seit der letzten Läufigkeit auffallend viel Zeit vergangen, beobachten Sie, wie Rüden auf die Hündin reagieren, und sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt, die den Zyklus durch Untersuchungen bestätigen können.

Ein Tierarztbesuch ist außerdem angezeigt, wenn:

  • die Abstände zwischen den Läufigkeiten deutlich kürzer oder länger sind als bei dieser Hündin üblich,
  • die Blutung ungewöhnlich lange anhält oder die Läufigkeit „abbricht“ und nach einigen Wochen erneut beginnt,
  • die Hündin trotz gut geplanter Deckakte nicht aufnimmt,
  • nach der Läufigkeit Mattigkeit, vermehrter Durst, Fieber oder eitriger Ausfluss auftreten – das kann auf eine Gebärmuttervereiterung (Pyometra) hindeuten, die dringend behandelt werden muss.

Häufige Fragen

Darf ich meine Hündin in der ersten Läufigkeit decken lassen?

Üblicherweise nicht. Die Hündin sollte körperlich und psychisch ausgereift sein, und die Zuchtordnung Ihres Vereins legt ein Mindestalter für den ersten Wurf fest. Prüfen Sie die aktuellen Vorgaben Ihres Rassezuchtvereins und lassen Sie den Gesundheitszustand Ihrer Hündin tierärztlich abklären.

Wie oft muss Progesteron gemessen werden?

Das hängt von der Hündin und den Ergebnissen ab. Meist sind mehrere Bestimmungen im Abstand von 2 bis 3 Tagen nötig, bis die Tierarztpraxis den Eisprung als erfolgt oder unmittelbar bevorstehend einschätzt. Die Aufzeichnungen aus früheren Zyklen helfen, zum richtigen Zeitpunkt mit den Messungen zu beginnen.

Ist der erste Tag, an dem sie den Rüden duldet, der beste Decktag?

Nicht unbedingt. Manche Hündinnen dulden den Rüden schon vor dem Eisprung, andere erst danach. Das Verhalten ist ein wertvoller Hinweis, den Termin sollten Sie aber durch Untersuchungen absichern.

In BreedManager tragen Sie jede Läufigkeit in den Läufigkeitskalender Ihrer Hündin ein und sehen nach dem Deckakt den voraussichtlichen Wurftermin. Würfe dokumentieren Sie mit Gewichtskurven der Welpen, Gesundheitskarten erinnern Sie per E-Mail an anstehende Termine, und in der Dokumentenmappe jedes Tieres legen Sie Befunde und Unterlagen ab. Dazu kommen Ahnentafeln und der Inzuchtkoeffizient (COI) – so haben Sie bei der nächsten Wurfplanung alles an einem Ort, für sich selbst, Ihre Tierarztpraxis und den Rüdenbesitzer.

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