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Geburt bei der Hündin: Wurfkiste, Ablauf der Geburt und wann Sie den Tierarzt anrufen sollten

9 Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit · Hunde

Labrador-Hündin ruht in einer hölzernen Wurfkiste, neugeborene Welpen trinken an ihrem Gesäuge

Wie Sie Wurfkiste und Geburtsausstattung vorbereiten, die drei Phasen der Geburt erkennen, Hündin und Welpen in den ersten Tagen versorgen – und bei welchen Warnzeichen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis anrufen sollten.

Die meisten Hündinnen werfen selbstständig und ohne Komplikationen – Ihre Aufgabe ist vor allem, ruhig zu beobachten und sorgfältig zu notieren. Dafür müssen Sie wissen, was normal ist und was nicht mehr. Dieser Ratgeber führt Sie durch Vorbereitung, die drei Geburtsphasen und die ersten Tage danach.

Wann ist mit der Geburt zu rechnen?

Die Trächtigkeit dauert etwa 63 Tage ab dem Eisprung, vom Decktag aus gerechnet grob 58 bis 68 Tage. Wurde der Eisprung per Progesteronbestimmung ermittelt, lässt sich der Wurftermin deutlich genauer eingrenzen.

Per Ultraschall lässt sich die Vitalität der Föten beurteilen; ein Röntgenbild gegen Ende der Trächtigkeit hilft beim Zählen der Welpen. Besprechen Sie beides mit Ihrer Tierarztpraxis.

Die Wurfkiste richtig vorbereiten

Stellen Sie die Wurfkiste ein bis zwei Wochen vor dem Termin in einem ruhigen, warmen, zugfreien Raum auf, damit die Hündin sie als ihren Platz annimmt.

  • Größe – die Hündin liegt ausgestreckt auf der Seite, und es bleibt Platz für die Welpen.
  • Wände – hoch genug, damit die Welpen nicht herausfallen, mit einem niedrigeren Einstieg für die Mutter.
  • Welpenschutzleisten – Leisten einige Zentimeter über dem Boden verhindern, dass Welpen an der Wand erdrückt werden.
  • Unterlage – waschbar und leicht zu wechseln: saugfähige Unterlagen, Handtücher, später eine rutschfeste Decke.
  • Wärme – Neugeborene regulieren ihre Körpertemperatur noch nicht selbst. Wärmen Sie nur einen Teil der Kiste (Wärmematte oder sicher aufgehängte Wärmelampe), damit die Welpen ausweichen können.

Die Geburtsausstattung

Legen Sie alles einige Tage vorher in einer Box neben der Wurfkiste bereit.

  • Telefonnummern von Tierarztpraxis und nächster Tierklinik mit Notdienst, geklärte Anfahrt,
  • Thermometer, saubere Handtücher, Einmalhandschuhe,
  • eine grammgenaue Küchenwaage,
  • saubere Schere und Faden zum Abbinden der Nabelschnur – Vorgehen vorher tierärztlich besprechen,
  • ein tierärztlich empfohlenes Mittel zur Desinfektion des Nabels,
  • eine beheizbare Box für die Welpen für die Fahrt in die Klinik,
  • Notizbuch oder Handy, um Uhrzeiten, Gewichte und Beobachtungen festzuhalten.

Anzeichen der nahenden Geburt

Ab etwa dem 55. bis 58. Tag messen Sie zwei- bis dreimal täglich rektal die Temperatur. Ein typischer Vorbote ist ein deutlicher Temperaturabfall, meist unter etwa 37,5 °C. In den meisten Fällen setzt die Geburt innerhalb von rund 24 Stunden danach ein. Nicht bei jeder Hündin ist der Abfall klar erkennbar.

Weitere typische Anzeichen sind Unruhe, Nestbauverhalten, Appetitlosigkeit und manchmal Erbrechen.

Die drei Phasen der Geburt

Phase eins – Eröffnungsphase

Der Muttermund öffnet sich, Wehen sind von außen noch nicht zu sehen. Die Hündin hechelt, zittert, läuft umher und scharrt im Lager. Diese Phase dauert meist einige bis viele Stunden, bei Erstgebärenden auch länger.

Sorgen Sie für Ruhe und gedämpftes Licht. Führen Sie die Hündin nur an der Leine nach draußen – sie kann in dieser Zeit durchaus einen Welpen im Garten bekommen.

Phase zwei – Austreibungsphase

Jetzt setzen sichtbare, kräftige Wehen und Presswehen ein. Häufig erscheint zuerst die Fruchtblase. Welpen kommen mit dem Kopf oder mit den Hinterbeinen voran zur Welt – beide Lagen sind beim Hund normal.

Die Abstände zwischen den Welpen sind sehr unterschiedlich. Oft liegen sie zwischen einer Viertelstunde und etwa einer Stunde; manchmal legt die Hündin auch eine längere Pause ein und ruht, ohne zu pressen. Notieren Sie die Uhrzeit jedes Welpen.

In der Regel öffnet die Hündin die Fruchthüllen selbst, durchtrennt die Nabelschnur und leckt den Welpen kräftig ab. Tut sie das nicht, entfernen Sie die Hüllen von Schnauze und Nase, säubern die Nasenlöcher und rubbeln den Welpen mit einem Handtuch, bis er atmet und fiept. Schütteln Sie den Welpen nicht und ziehen Sie ihn niemals mit Gewalt heraus.

Phase drei – Nachgeburtsphase

Nach jedem Welpen geht meist innerhalb einer Viertelstunde die Nachgeburt ab, manchmal auch erst mit dem nächsten Welpen. Zählen Sie die Nachgeburten – ihre Zahl sollte der Zahl der Welpen entsprechen. Fehlt eine, informieren Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.

Beim Hund wechseln sich Phase zwei und drei bis zum letzten Welpen ab. Grünlich-dunkler Ausfluss nach der Geburt eines Welpen ist normal. Derselbe Ausfluss vor dem ersten Welpen ist dagegen ein Alarmsignal.

Wann Sie sofort den Tierarzt anrufen sollten

Warten Sie bei diesen Zeichen nicht „noch ein bisschen“ – ein rechtzeitiger Kaiserschnitt rettet oft Hündin und Welpen.

  • Kräftige Presswehen dauern etwa 20–30 Minuten an, ohne dass ein Welpe geboren wird.
  • Schwache, seltene Wehen halten 2 Stunden oder länger an, ohne dass ein Welpe kommt.
  • Die Pause zwischen zwei Welpen dauert länger als etwa 2 Stunden, und Sie wissen oder vermuten, dass noch Welpen in der Gebärmutter sind.
  • Ein Welpe steckt fest und ist länger als einige Minuten im Geburtskanal sichtbar.
  • Grüner oder schwarzer Ausfluss tritt vor der Geburt des ersten Welpen auf.
  • Starke Blutungen aus der Scheide oder übel riechender Ausfluss.
  • Die Eröffnungsphase zieht sich bis zu etwa einem Tag hin, ohne dass Presswehen einsetzen.
  • Der Termin ist überschritten – mehr als etwa 70 Tage nach dem Deckakt oder mehr als 24 Stunden nach dem Temperaturabfall ohne Geburtsanzeichen.
  • Der Zustand der Hündin verschlechtert sich – sie ist sehr schwach, teilnahmslos, hat blasse Schleimhäute, zittert stark, schwankt oder krampft.
  • Eine Nachgeburt fehlt oder Sie sind unsicher, ob alle Welpen geboren sind.

Halten Sie Decktag, Zeitpunkt des Temperaturabfalls, Geburtszeiten und Zahl der Nachgeburten bereit. Geben Sie der Hündin niemals ohne Untersuchung und tierärztliche Entscheidung wehenfördernde Mittel – bei einem verlegten Geburtskanal können sie großen Schaden anrichten.

Versorgung der Hündin in den ersten Tagen

Die Hündin braucht Ruhe, Wasser in Reichweite und leicht verdauliches Futter. Da der Energiebedarf in der Laktation stark steigt, stimmen Sie die Fütterung vorab tierärztlich ab.

Viele Züchter lassen Hündin und Welpen ein bis zwei Tage nach der Geburt tierärztlich kontrollieren – auch, um zurückgebliebene Welpen oder Nachgeburten auszuschließen.

Kontrollieren Sie täglich:

  • Körpertemperatur – anhaltendes Fieber gehört in tierärztliche Hände,
  • Ausfluss – rotbrauner Wochenfluss ist über einige Wochen normal und nimmt allmählich ab; eitriger, übel riechender oder stark blutiger Ausfluss ist ein Grund für einen dringenden Praxisbesuch,
  • Gesäuge – harte, heiße, schmerzhafte oder gerötete Milchdrüsen können auf eine Mastitis hinweisen,
  • Verhalten – Unruhe, Hecheln, Muskelzittern, steifer Gang oder Krämpfe können Anzeichen einer Eklampsie (Puerperaltetanie) sein. Sie tritt meist in den ersten Wochen der Laktation auf und erfordert sofortige tierärztliche Hilfe.

Geben Sie während der Trächtigkeit und nach der Geburt keine Kalziumpräparate auf eigene Faust. Das entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.

Versorgung der Welpen in den ersten Tagen

Jeder Welpe sollte so schnell wie möglich saugen: Die Kolostralmilch enthält Antikörper, die vor allem in den ersten Lebensstunden aufgenommen werden.

  • Erst wärmen, dann füttern – ein unterkühlter Welpe ist schlapp und verdaut schlecht – erst aufwärmen, dann anlegen.
  • Wiegen – direkt nach der Geburt und dann täglich zur gleichen Zeit. Nach einem leichten Verlust am ersten Tag sollte das Gewicht stetig steigen; ein Welpe, der nicht zunimmt, gehört in die Praxis.
  • Verhalten – gesunde Neugeborene schlafen, saugen und brummeln leise vor sich hin. Dauerndes Schreien, Schwäche, fehlender Saugreflex oder Absondern vom Wurf sind Gründe für eine dringende Abklärung.
  • Hygiene – die Mutter leckt die Welpen ab und regt so Harn- und Kotabsatz an. Tut sie das nicht, sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis.

Denken Sie auch an die Formalitäten. Für die Wurfmeldung an Ihren Rassezuchtverein und die Wurfabnahme durch die Zuchtwartin oder den Zuchtwart gelten Fristen, die in der Zuchtordnung Ihres Vereins festgelegt sind – informieren Sie sich rechtzeitig, damit Sie nichts versäumen.

Häufige Fragen

Sollte ich die ganze Zeit bei der Geburt dabei sein?

Ja – nicht um ständig einzugreifen, sondern um ruhig zu beobachten, zu notieren und rechtzeitig zu handeln.

Woran erkenne ich, dass die Geburt vorbei ist?

Die Hündin wird ruhig, säugt und presst nicht mehr. Sicherheit gibt der Abgleich von Welpenzahl, Röntgenbefund und Nachgeburten – im Zweifel per tierärztlicher Untersuchung.

Mit BreedManager planen Sie den Wurf von Anfang an: Der Läufigkeitskalender zeigt die Zyklen Ihrer Hündin, und aus dem Decktag berechnet die App den voraussichtlichen Wurftermin. Nach der Geburt erfassen Sie das Gewicht jedes Welpen und sehen die Gewichtskurven. In den Gesundheitskarten tragen Sie Tierarztbesuche mit E-Mail-Erinnerungen ein, Dokumente wie den Röntgenbefund legen Sie in der Dokumentenmappe des Tieres ab, und Ahnentafeln samt COI sind ebenfalls griffbereit – für Sie und Ihre Tierarztpraxis.

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