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Kitten von der Geburt bis zur Abgabe – ein Ratgeber Woche für Woche

6 Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit · Katzen

Züchterin wiegt ein kleines Kitten auf einer Küchenwaage, daneben die Mutterkatze mit ihrem Wurf in der Wurfkiste

Geburtsgewicht, tägliches Wiegen, Entwöhnen, Katzentoilette, Entwurmung, Impfungen und Sozialisierung – alles, was mit Ihren Kitten von der Geburt bis zum Umzug ins neue Zuhause geschieht.

In den ersten drei Lebensmonaten haben Sie als Züchterin oder Züchter den größten Einfluss auf Gesundheit und Wesen Ihrer Kitten – und im Trubel mit einem Wurf werden leise Warnsignale leicht übersehen. Dieser Ratgeber begleitet Sie Woche für Woche: vom ersten Wiegen über das Entwöhnen und die Katzentoilette bis zu dem Tag, an dem das Kitten in sein neues Zuhause umzieht.

Geburtsgewicht und tägliches Wiegen

Ein gesundes Kitten einer mittelgroßen Rasse wiegt bei der Geburt meist etwa 80–120 g – abhängig von Rasse und Wurfgröße. Wichtiger als die absolute Zahl ist jedoch die Gewichtsentwicklung. Nach dem ersten Lebenstag, an dem das Gewicht stagnieren oder leicht sinken kann, sollte das Kitten täglich zunehmen – in der Regel um etwa 10–15 g pro Tag. Die meisten Kitten verdoppeln ihr Geburtsgewicht innerhalb von ungefähr zwei Wochen.

So wird das Wiegen aussagekräftig:

  • Verwenden Sie eine Küchenwaage mit 1-g-Genauigkeit und eine Schale, die Sie vor jeder Messung tarieren.
  • Wiegen Sie die Kitten in den ersten 2–3 Wochen täglich zur gleichen Zeit, am besten vor dem Säugen, danach alle paar Tage bis zur Abgabe.
  • Kennzeichnen Sie jedes Kitten dauerhaft (weiches farbiges Bändchen, Markierung im Fell), damit Sie die Geschwister nicht verwechseln.
  • Notieren Sie die Werte sofort – eine Gewichtskurve zeigt einen Wachstumsstillstand schneller, als das Gedächtnis es tut.

Warnsignale, die Sie nicht ignorieren sollten

Neugeborene Kitten trocknen sehr schnell aus und kühlen rasch aus. Mit dem Tierarztbesuch sollten Sie deshalb nicht „bis morgen“ warten. Wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • Gewichtsverlust oder keine Zunahme über 24–48 Stunden,
  • schwaches Saugen, Wegdrücken von der Zitze, anhaltendes Schreien oder im Gegenteil Apathie und Liegen abseits des Nests,
  • kalter Körper, Schlaffheit, Atemprobleme,
  • Durchfall, aufgeblähter Bauch, Erbrechen oder Milch, die aus der Nase läuft,
  • Ausfluss aus Augen oder Nase, Schwellung der noch geschlossenen Lider.

Behalten Sie auch die Kätzin im Blick: Fieber, Appetitlosigkeit, Veränderungen an den Milchdrüsen oder auffälliger Ausfluss aus der Scheide gehören tierärztlich abgeklärt, denn ihre Gesundheit wirkt sich direkt auf die Kitten aus.

Die Entwicklung Woche für Woche

Jeder Wurf entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, doch ein grober Fahrplan hilft Ihnen einzuschätzen, ob alles nach Plan läuft.

AlterWas passiertIhre Aufgaben
1. WocheSchlafen und Trinken; die Mutter regt den Harn- und Kotabsatz anWarmes, ruhiges Nest, tägliches Wiegen, Saugverhalten beobachten
2. WocheAugen (meist zwischen dem 7. und 14. Tag) und Gehörgänge öffnen sichGedämpftes Licht, Augen auf Ausfluss kontrollieren
3. WocheErste wackelige Schritte, die Milchzähne brechen durchKurzer, sanfter Kontakt mit Menschen, rutschfester Untergrund
4.–5. WocheSpiel mit den Geschwistern, Interesse am Futter der MutterErster Brei, flache Katzentoilette, mehr Reize
6.–8. WocheZunehmend feste Nahrung, intensives Spielen und LernenSozialisierung, erster Impftermin nach tierärztlicher Empfehlung
9.–13. WocheDas Kitten ist selbstständig, selbstbewusst und lernt die Regeln von der MutterWeitere Impfungen, Unterlagen und Starterpaket vorbereiten

Entwöhnen und Gewöhnung an die Katzentoilette

Das Entwöhnen beginnt meist um die 4. Woche und zieht sich über mehrere Wochen – in der Regel ist es um die 8. Woche abgeschlossen, auch wenn viele Kitten danach noch gelegentlich bei der Mutter trinken. Starten Sie mit einem dünnen Brei aus hochwertigem Kittenfutter auf einem flachen Teller. Machen Sie die Konsistenz nach und nach fester und erhöhen Sie die Zahl der Mahlzeiten über den Tag. Frisches Wasser sollte bereitstehen, sobald die Kitten feste Nahrung fressen.

Etwa zur gleichen Zeit, um die 3.–4. Woche, beginnen die Kitten von sich aus zu scharren und lernen von der Mutter. So unterstützen Sie sie:

  • Stellen Sie eine niedrige Toilette mit bequemem Einstieg in die Nähe des Nests, aber nicht direkt neben den Futternapf.
  • Wählen Sie eine Streu, die neugierige Kitten nicht so leicht fressen – welche Sorte für junge Kitten am besten geeignet ist, besprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis oder erfahrenen Züchtern Ihrer Rasse.
  • Setzen Sie das Kitten nach dem Fressen und nach dem Schlafen behutsam in die Toilette.
  • Bei einem größeren Wurf sollten Sie mehr als eine Katzentoilette anbieten.

Entwurmung und erste Impfungen

Kitten können sich bei der Mutter mit inneren Parasiten anstecken, unter anderem über die Milch. Deshalb beginnt die Entwurmung meist früh – häufig um die 3. Lebenswoche – und wird in regelmäßigen Abständen bis nach dem Absetzen wiederholt. Präparat, Dosierung und Zeitplan legt immer Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt fest. Parallel sollten Sie an die Entwurmung und den Flohschutz der Mutter denken, selbstverständlich mit Mitteln, die in der Laktation unbedenklich sind.

Die Grundimmunisierung der Kitten beginnt meist im Alter von etwa 8–9 Wochen und wird in Abständen von einigen Wochen wiederholt, üblicherweise bis zum Alter von mindestens 16 Wochen. Sie umfasst in der Regel die Katzenseuche (Panleukopenie) sowie die Erreger des Katzenschnupfens (Herpes- und Caliciviren). Über weitere Impfungen, etwa gegen Tollwut, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt je nach Haltung der Katze und geplanten Reisen. Vor jeder Impfung sollte das Kitten untersucht werden – geimpft werden nur gesunde Tiere.

Die Sozialisierungsphase – die wichtigsten Wochen für das Wesen

Die sensible Phase der Sozialisierung ist bei Kitten kurz und reicht ungefähr von der 2. bis zur 7.–9. Lebenswoche. Was ein Kitten in dieser Zeit erlebt, entscheidet zu einem großen Teil darüber, ob es ein vertrauensvoller Begleiter wird oder eine ängstliche Katze, die sich vor Besuch versteckt. Diese Reize sollten Sie schrittweise und immer positiv für die Kitten einführen:

  • Menschen – kurze, ruhige Einheiten auf dem Arm, Kontakt mit Personen unterschiedlichen Alters, auch mit Kindern unter Aufsicht,
  • Haushaltsgeräusche – Staubsauger in einiger Entfernung, Waschmaschine, Türklingel, Gespräche,
  • Pflege – Pfoten, Ohren und Gesicht berühren, kurzes Bürsten, Krallen schneiden,
  • Transportbox – lassen Sie sie offen im Raum stehen, damit sie zu einem ganz normalen, sicheren Ort wird,
  • Spiel – verschiedene Oberflächen, Federangeln, Tunnel, Kratzbäume.

Beobachten Sie die Reaktionen: Hat ein Kitten Angst, verringern Sie die Intensität des Reizes und geben Sie ihm Zeit.

Warum Kitten meist erst mit 12–13 Wochen ausziehen

Anders als Welpen verlassen Rassekatzen die Zucht in der Regel später. Viele Katzenzuchtverbände – ob FIFe-Vereine, WCF oder TICA – sehen vor, dass ein Kitten nicht vor der vollendeten 12. Lebenswoche abgegeben wird; prüfen Sie die aktuelle Zuchtordnung Ihres Vereins. Die Gründe:

  • Das Kitten hat die Grundimmunisierung ganz oder größtenteils hinter sich und Zeit gehabt, einen Impfschutz aufzubauen.
  • Von Mutter und Geschwistern lernt es das „Katzen-Einmaleins“: Beißhemmung, Spielen mit eingezogenen Krallen, das Lesen der Signale anderer Katzen.
  • Es frisst selbstständig, nutzt die Katzentoilette zuverlässig und verkraftet den Umzug meist gelassener.

Was Sie dem Kitten mitgeben

Ein gut vorbereitetes Starterpaket erleichtert den neuen Besitzern den Anfang. Üblicherweise gehören dazu:

  • ein Kaufvertrag mit klar formulierten Bedingungen,
  • der Impfpass bzw. EU-Heimtierausweis mit eingetragenen Impfungen und Entwurmungen,
  • die Ahnentafel oder eine Bestätigung der Wurfmeldung – nach den Regeln Ihres Verbands,
  • Informationen zu Futter, Portionsgrößen und dem weiteren Impfplan,
  • die Gewichtsentwicklung seit der Geburt,
  • ein Vorrat des gewohnten Futters sowie eine Decke oder ein Spielzeug mit dem Geruch von Mutter und Geschwistern.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ein Kitten täglich zunehmen?

In den ersten Wochen meist etwa 10–15 g pro Tag. Ein einzelner schwächerer Tag ist kein Grund zur Sorge, doch fehlende Zunahme oder Gewichtsverlust über 24–48 Stunden ist ein Signal, Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt zu kontaktieren.

Wann öffnen Kitten die Augen?

Meist zwischen dem 7. und 14. Lebenstag, wobei es selbst innerhalb eines Wurfs Unterschiede gibt. Öffnen Sie die Lider nicht selbst; Schwellungen oder Sekret unter den geschlossenen Lidern müssen umgehend tierärztlich abgeklärt werden.

Darf ein Kitten schon mit 8 Wochen ins neue Zuhause?

Die große Mehrheit der Züchter und Katzenzuchtverbände empfiehlt eine Abgabe mit etwa 12–13 Wochen. Die längere Zeit bei Mutter und Geschwistern stärkt Immunabwehr und Verhalten.

In BreedManager legen Sie den Wurf an und erfassen die Gewichte jedes Kittens, die Sie sofort als Gewichtskurve sehen. In den Gesundheitskarten tragen Sie Entwurmungen und Impfungen ein, die Sie mit Ihrer Tierarztpraxis abgestimmt haben, und erhalten rechtzeitig eine Erinnerung per E-Mail. Dazu kommen eine Dokumentenmappe für jedes Tier, Ahnentafeln mit Inzuchtkoeffizient (COI) sowie ein Rolligkeitskalender mit dem voraussichtlichen Wurftermin.

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